Konjunkturen der (De-)Kolonialisierung

Indigene Gemeinschaften, Hacienda und Staat in den ecuadorianischen Anden von der Kolonialzeit bis heute

Die umfassende Dekolonialisierung von Staat und Gesellschaft ist ein Kernanliegen indigener Bewegungen in Lateinamerika. In diesem Kontext setzt Olaf Kaltmeiers Studie an, welche die Kontinuität von Kolonialität aber auch die Konjunkturen der Dekolonialisierung in Ecuador im historischen Wandel von der Kolonialzeit bis heute analysiert. Anhand von über 50 Interviews und intensiver Archivarbeit in der für das Andenhochland paradigmatischen Region Saquisilí betrachtet er detail- und kenntnisreich u.a. die Etablierung von Haciendas, die Kommunikation an der Schnittstelle postkolonialer Staatlichkeit sowie die indigenen Kämpfe von der Kolonialzeit über kommunistische Gremien bis hin zur zeitgenössischen indigenen Bewegung.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 7
  3. Abbildungsverzeichnis

    Seite 8
  4. Abkürzungsverzeichnis

    Seiten 9 - 12
  5. Einleitung

    Seiten 13 - 20
  6. Trialektik der Kolonialität: Temporalitäten, Räume, Politiken

    Seiten 21 - 48
  7. Geopolitik des Wissens und historische Forschung

    Seiten 49 - 72
  8. I. Koloniale Landnahme und die Entstehung der Geopolitik der Kolonialität

    Koloniale Landnahme

    Seiten 75 - 92
  9. Politische Instituierung der Geopolitik der Kolonialität

    Seiten 93 - 116
  10. Indigene Kämpfe gegen Kolonialität

    Seiten 117 - 132
  11. Expansion von Kolonialität und konfliktive Schnittstellen kolonialer Staatlichkeit

    Seiten 133 - 136
  12. II. Von indigener Sprachlosigkeit im Hacienda-Dispositiv zur politisierten Schnittstelle post-kolonialer Staatlichkeit

    Der neo-koloniale Hacienda-Staat

    Seiten 139 - 148
  13. Eine konfliktive Schnittstelle: Die Haciendas der Zentraluniversität

    Seiten 149 - 188
  14. Eine sozialistische Konjunktur politischer Dekolonialisierung

    Seiten 189 - 212
  15. Dekolonialisierung und politische Kommunikation zwischen Klasse und Ethnizität

    Seiten 213 - 220
  16. Die Hacienda als Heterotopie

    Seiten 221 - 242
  17. III. Indigene Gemeinschaften und Staatsformation. Räumliche Praktiken und Repräsentationen zwischen Mimesis und Alterität

    Indigene Staatsfreunde

    Seiten 245 - 274
  18. Indigene Bewegung: Eine erneuerte Konjunktur der Dekolonialisierung

    Seiten 275 - 302
  19. Dekolonialisierung des politischen Feldes

    Seiten 303 - 324
  20. Aufstände: Politikum und Konjunktur der Dekolonialisierung

    Seiten 325 - 340
  21. Dekolonialisierung geopolitischer Imaginarien

    Seiten 341 - 348
  22. Das Ende von Kolonialität oder Kolonialität ohne Ende

    Seiten 349 - 364
  23. Quellen- und Literaturverzeichnis

    Seiten 365 - 393
  24. Backmatter

    Seiten 394 - 396
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44,99 € *

2016-09-05, 396 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3370-2

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Olaf Kaltmeier

Olaf Kaltmeier, Universität Bielefeld, Deutschland

... mit Olaf Kaltmeier

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Kolonialität prägt die Alltagserfahrungen vieler Menschen – und besonders der Indigenen – in Lateinamerika. Doch geht Kolonialität nicht in Herrschaft auf. Indigene Gemeinschaften und Bewegungen haben immer wieder zu Konjunkturen der Dekolonialisierung beigetragen. Das Buch macht diese Kämpfe von der Kolonialzeit bis heute sichtbar und liefert Ansätze, die Geschichte des Andenraums anders zu denken.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ein Anliegen ist es, Kolonialität als Forschungsperspektive in der Geschichtswissenschaft zu Lateinamerika zu etablieren. Die lokalgeschichtliche Perspektivierung zeigt, wie Geschichte jenseits nationalstaatlicher Rahmungen gemacht wird. Dabei wird der Staat nicht als Entität vorausgesetzt, sondern es wird gezeigt, wie Staatlichkeit in lokalen Kontaktzonen überhaupt erst hergestellt wird. Die methodologische Reflexion eröffnet zudem Ansätze für eine Dekolonialisierung des Wissens.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Indigene Bewegungen haben die ecuadorianische Gesellschaft jüngst grundlegend verändert, und doch ist die Geschichte indigener Kämpfe unzulänglich aufgearbeitet. Das Buch liefert neue Facetten und Ansätze unter anderem zu der Interaktion von Indigenen und Kommunisten, der Rolle der Zentraluniversität als Hacienda-Besitzer und der Mobilisierung von Protest. Das Buch positioniert sich an der Schnittstelle einer neuen Geschichte des Politischen und post-kolonialer Theorie. Dabei erörtert es zentrale Begriffe wie Indigenität, Raum und Staat.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Einer der wichtigsten Adressaten des Buches sind die Aktivist_innen der indigenen Bewegung in Ecuador und insbesondere in Saquisilí. Mit ihnen habe ich bereits frühe Fassungen des Buches diskutiert. Und ich hoffe, dass ich in Ecuador bald wieder Workshops in den Gemeinden durchführen kann.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Um indigene Lebenswelten in Lateinamerika begreifen zu können, ist ein vertieftes und differenziertes Verständnis von Kolonialität im historischen Wandel unabdingbar.

Besprochen in:
Iberoamericana, 67/1 (2018), Andrea Müller
Autor_in(nen)
Olaf Kaltmeier
Buchtitel
Konjunkturen der (De-)Kolonialisierung Indigene Gemeinschaften, Hacienda und Staat in den ecuadorianischen Anden von der Kolonialzeit bis heute
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
396
Ausstattung
kart., Klebebindung, 7 SW-Abbildungen, 3 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-3370-2
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJK HBTR HBTQ
BISAC-Code
HIS033000 POL045000 HIS037000
THEMA-Code
NHK NHTR NHTQ
Erscheinungsdatum
2016-09-05
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Kulturgeschichte
Adressaten
Postcolonial Studies, Geschichtswissenschaft, Sozialanthropologie, Ethnologie, Soziologie, Kulturgeographie, Lateinamerika-Studien
Schlagworte
Kolonialität, Dekolonisierung, Ecuador, Geschichte, Indigene Bewegung, Hacienda, Staat, Andenregion, Geopolitik, Postkolonialismus, Kulturgeschichte, Südamerikanische Geschichte, Kolonialgeschichte, Kulturwissenschaft

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