Ästhetik der Begegnung

Kunst als Erfahrungsraum der Anderen

Wie wird Kunst in sozialen Prozessen wirksam? Welche Rolle spielen Stereotypen in der Begegnung? Wie hängen Wahrnehmen und Handeln zusammen?

Dieses Buch ist ein Plädoyer für die Bilder im Zeitalter großer soziopolitischer Wandlungen. Arbeiten von Tania Bruguera, Isaac Julien, Nikki S. Lee, Teresa Margolles, Adrian Piper, Santiago Sierra und Lorna Simpson werden als performative Räume erschlossen. In den dort entstehenden Bildern kommen andere Menschen sehr nahe und die am Werk Teilhabenden begegnen sich selbst in ihnen. Begehren und Diskriminieren der Anderen werden als essenzielle Bewusstseinsprozesse reflektierbar. Stereotype Repräsentationen kommen in Bewegung. Die Interaktion der äußeren und inneren Bilder löst dialogische Prozesse aus, die Wahrnehmen und Handeln nachhaltig verändern.

Thomas R. Huber unternimmt einen methodisch innovativen Brückenschlag zwischen Identitätspolitik, Ethik und Ästhetik und macht so Kunst als soziopolitisches Agens greifbar.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Einleitung

    Seiten 9 - 18
  4. Kapitel 1. Grundlagen: Ästhetik der Begegnung

    Allegorien der Macht: Die koloniale Ästhetik des Fremden in einem kunsthistorischen Exkurs

    Seiten 41 - 50
  5. Die ethische Dimension der Begegnung: Ein erweiterter Ästhetikbegriff

    Seiten 51 - 74
  6. Kapitel 2. Emanzipation der Bilder: Isaac Julien, Frantz Fanon, Black Skin White Mask

    Exkurs: Fanons Strategie der kolonialen Emanzipation

    Seiten 98 - 105
  7. Die künstlerische Umsetzung der Emanzipation

    Seiten 106 - 130
  8. Kapitel 3. Situationen der Subalternität: Diskriminierung

    Die Unsichtbarkeit inszenieren: Jeff Wall und Ralph Ellison

    Seiten 134 - 141
  9. Körper und Identität: Lorna Simpson

    Seiten 142 - 148
  10. Santiago Sierra: Performance der Subalternität

    Seiten 149 - 178
  11. Kapitel 4. Situationen der Subalternität: Begehren

    Vanessa Beecroft: Körper als Fetische

    Seiten 180 - 185
  12. Die Ästhetik des sichtbaren Körpers: Isaac Julien, The Attendant

    Seiten 186 - 222
  13. Ästhetik der Begegnung im Raum der Subalternität: Mobilisierung der Stereotypen

    Seiten 223 - 226
  14. Kapitel 5. Performance der Identität

    Identität als Rollenspiel: Adrian Piper, The Mythic Being

    Seiten 230 - 252
  15. Nikki S. Lee: Identität als Möglichkeit

    Seiten 253 - 270
  16. Kapitel 6. Entgrenzte Identitäten: Verlust und Wiedergewinnung der intersubjektiven Distanz

    Teresa Margolles

    Seiten 280 - 292
  17. Tania Bruguera

    Seiten 293 - 316
  18. Schluss: An der Schwelle nach draußen

    Literaturverzeichnis

    Seiten 323 - 332
  19. Bildnachweis

    Seiten 333 - 336
  20. Dank

    Seite 337
  21. Backmatter

    Seiten 338 - 342
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35,80 € *

2013-03-26, 342 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2325-3

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Thomas R. Huber

Thomas R. Huber, Kunst- und Kulturwissenschaftler, Publizist und freier Kurator, Deutschland

... mit Thomas R. Huber

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil ich mit »Ästhetik der Begegnung« eben der Frage nachgehe, wie Bilder, also im Visuellen materialisierte Gedanken, in der Welt wirksam werden. Die institutionalisierten Grenzen der Kunst, den viel zitierten ›Elfenbeinturm‹ zu verlassen, ist mein vorrangiges Ziel.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich versuche zu zeigen, was der Erfahrungsraum der Kunst in sozialen Prozessen vermag. Dafür konkretisiere ich die Erfahrung der Anderen auf der Ebene meiner individuellen Subjektivität: Menschen gelangen über Bilder – paradigmatisch solche aus Kunstwerken – in mein Bewusstsein. Im Wechselspiel von Wahrnehmen, Reflektieren und Handeln geraten Repräsentationen von Identitäten, äußere und innere Stereotypen in Bewegung und es entsteht eine neue Basis des lebendigen Miteinanders.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

»Ästhetik der Begegnung« operiert an der Schnittstelle von Ästhetik und Ethik und damit an der gegenwärtig sowohl in den Kunst- als auch in den Kulturwissenschaften viel diskutierten Frage der Relevanz der Bilder in soziokulturellen Diskursen. Zudem leiste ich mit der konsequenten Artikulation und Reflexion meiner subjektiven Wahrnehmungsprozesse einen Beitrag zur Diskussion des ›performative turn‹ in den Kunst- und Kulturwissenschaften.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Diese Frage ist nicht einfach. Durch ihre konjunktivische Form wird eine Wunschperson suggeriert, die mir entfernt ist. Von dieser habe ich nur meine Stereotypen. Wäre diese Begegnung realiter so, wie ich sie mir im Moment vorstelle? Die Ästhetik der Begegnung manifestiert sich im Leben jeden Moment neu und gänzlich unerwartet. So kann ich nur pauschal antworten: Meine liebsten Diskussionspartner/-innen sind Menschen, die an der fundamentalen Rolle der Kunst im Leben zweifeln.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Ästhetik der Begegnung« will dazu anregen, die Tiefe und Komplexität der Bilder neu zu entdecken und sich ihrer in der Begegnung mit den Anderen zu bedienen.

»Die vom Autor gewählten Bezugspunkte der Auseinandersetzung mit Bildern und künstlerischer Auseinandersetzung stellen interessante, im disziplinären und interdisziplinären Diskurs bedeutsame, theoretische und lebenspraktische Zugangsweisen dar.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 24.05.2013
Besprochen in:
www.via-bund.de, 5 (2013)
Autor_in(nen)
Thomas R. Huber
Buchtitel
Ästhetik der Begegnung Kunst als Erfahrungsraum der Anderen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
342
Ausstattung
kart., Klebebindung, 60 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-2325-3
DOI
Warengruppe
1582
BIC-Code
AC
BISAC-Code
ART015000
THEMA-Code
AGA
Erscheinungsdatum
2013-03-26
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Kunst
Adressaten
Kunstwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie
Schlagworte
Kunst, Ästhetik, Ethik, Identität, Intersubjektivität, Performativität, Postkolonialismus, Kunstgeschichte, Kunstwissenschaft

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