Sakrale Geographie

Essay über den modernen Dschihad und seine Räume

Sie sind weltweit vernetzt, technisch auf der Höhe der Zeit und attackieren entlang einer religiösen Geopolitik. Um zu begreifen, was Bin Laden, Zawahiri und Atta antreibt, wie sie denken und fühlen und warum sie sich die moderne Alltagstechnik als Schlachtfeld ausgesucht haben, müssen wir ihnen nahe kommen.

In diesem Buch werden zum ersten Mal die technischen, sakralen und seelischen Räume islamistischer Terroristen erschlossen. Mit phänomenologischen und psychoanalytischen Mitteln zeigt Elisabeth Heidenreich, zu welchen geopolitischen Implikationen die sakrale Geographie des islamistischen Terrorismus führt.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Einleitung

    Seiten 7 - 18
  4. Das Schlacht- und Operationsfeld oder Die technischen Räume

    Vernetzte Welt: Die Ausbreitung technischer Räume und ihre offensiven Potentiale

    Seiten 21 - 36
  5. Geschlossen und energiegeladen: Im technischen Gehäuse

    Seiten 37 - 48
  6. Mensch und Technik: Das philobatische Syndrom

    Seiten 49 - 56
  7. Technischer und sakraler Raum I: Auf der Suche nach Transzendenz

    Seiten 57 - 68
  8. Der Heilige Krieg oder Die sakralen Räume

    Die sakrale Geographie des Islam: Ein geteilter mittelalterlicher Kosmos

    Seiten 71 - 82
  9. Heiliges Land und Heiliger Krieg I: Gottes Gemeinde und Territorium im 18. und 19. Jahrhundert

    Seiten 83 - 94
  10. Heiliges Land und Heiliger Krieg II: Gottes Gemeinde und Territorium im 20. Jahrhundert

    Seiten 95 - 128
  11. Heiliger Boden und feste Basen, Treue und Bruch, Mauer und Paradies: Die sakrale Geographie des globalen Dschihad

    Seiten 129 - 154
  12. Technischer und sakraler Raum II: Auf der Suche nach kosmischer Macht und Harmonie

    Seiten 155 - 178
  13. Das Selbstmordattentat oder Die seelisch-geistigen Räume

    Techniken des Selbst: Weltliche und religiöse Praktiken der Selbstveränderung

    Seiten 181 - 206
  14. Kampf, Ekstase, Gleichmut, Bekenntnis und Maske: Typen von Selbsttechniken und islamische Praktiken

    Seiten 207 - 248
  15. Auf dem Weg zum Paradies: Selbsttechniken von Selbstmordattentätern

    Seiten 249 - 290
  16. Kontrollierte Ekstase: Der letzte Schritt im sakralen und technischen Raum

    Seiten 291 - 314
  17. Nachwort

    Seiten 315 - 318
  18. Literatur

    Seiten 319 - 326
  19. Backmatter

    Seiten 327 - 330
Mehr
27,80 € *

2010-10-11, 328 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1604-0

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Elisabeth Heidenreich

Elisabeth Heidenreich, University of the Aegean, Griechenland

... mit Elisabeth Heidenreich

1. ›Bücher, die die Welt nicht braucht.‹ Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wir brauchen Einblick in das Tun, Denken und Fühlen gewaltbereiter Islamisten und Selbstmordattentäter. Sie sind weder Produkt omnipotenter Mächte (›der Amerikaner‹) noch allgegenwärtige Dämonen. Ihr Handeln und ihre geistig-seelische Konstitution folgen einer Eigenlogik, die benenn- und eingrenzbar ist. Diese Eigenlogik wird weiter wirken, der moderne Dschihad ist noch längst nicht zu Ende.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es stellt das bevorzugte Schlachtfeld des islamistischen Terrorismus, den Heiligen Krieg und das Selbstmordattentat in ihre jeweiligen technischen, sakralen und seelischen Räume und verknüpft scheinbar Unverknüpfbares: die technische Modernität der Attentäter mit ihren religiösen Raumvorstellungen (das Paradies), die sakrale Geographie des klassischen Islam mit der heutigen islamistischen Geopolitik, das Selbstmordattentat mit der langen Tradition westlicher und östlicher Selbsttechniken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Lange vernachlässigte die Terrorismusforschung die Protagonisten der Gewalt oder ging beim religiösen Attentäter vorschnell von Manipulation oder Psychopathologie aus. Wir müssen versuchen, die psychischen und religiösen Prozesse zu erfassen, die in islamistische Netzwerke und zum Selbstmordattentat führen. Außerdem gilt es, die sakrale Geographie islamistischer Gewalttäter zu verstehen, da sie der Kern ihrer Weltanschauung ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Denkern und Philosophen, die die heutige Situation der islamischen Religion und Zivilisation zu begreifen suchen, zum Beispiel mit dem Iraner Dariush Shayegan. Aber auch mit dem israelischen Psychoanalytiker Shmuel Erlich, der über palästinensische Selbstmordattentäter, das von Gewalt bedrohte Alltagsleben in Israel und die Bedingungen für einen Dialog nachdenkt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Selbstmordattentäter im rasenden Auto auf dem Weg zum Paradies – ein Geschehen, dessen Tiefendimension hier zum ersten Mal erhellt wird.

Besprochen in:

www.servus.at/VERSORGERIN, 11 (2011), Lars Quadfasel
H-Soz-u-Kult, 20.12.2011, Shadia Husseini de Araújo
Standort, 35 (2011)
Autor_in(nen)
Elisabeth Heidenreich
Buchtitel
Sakrale Geographie Essay über den modernen Dschihad und seine Räume
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
328
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-1604-0
DOI
Warengruppe
1737
BIC-Code
JPWL JFSR2 JHB RGC
BISAC-Code
POL037000 SOC049000 SOC026000
THEMA-Code
JPWL QRPP JHB RGC
Erscheinungsdatum
2010-10-11
Auflage
1
Themen
Zeitdiagnose, Raum, Religion, Gewalt
Adressaten
Terrorismusforschung, Soziologie, Orientalistik, Religionswissenschaft, Psychoanalyse, Phänomenologie und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Islamistischer Terrorismus, Dschihad, Selbstmordattentat, Techniken des Selbst, Sakrale Geographie, Religiöse Gewalt, Gewalt, Religion, Raum, Terrorismus, Islamwissenschaft, Kulturgeographie, Soziologie

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